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Thema des Tages

Thema des Tages

Einmal pro Tag wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) ein neues Thema des Tages veröffentlicht. Dabei werden die verschiedensten Themen betrachtet: Wetterrückblicke, Vorhersagen, besondere Ereignisse und vieles mehr - sowohl im In- und Ausland.

Das aktuelle Thema des Tages wird auch auf der Startseite des DWD auf www.dwd.de präsentiert.

Prädikat: Lesenswert!

Tödlicher Tornado in Oklahoma

Am Montag hat ein besonders starker Tornado für viele Tote und enorme Verwüstungen gesorgt. Zentrum des Geschehens war Oklahoma City. Besonders betroffen war der Vorort Moore, der nahezu komplett dem Erdboden gleichgemacht wurde.

Der erste Bodenkontakt des Tornados wurde um 14:56 Uhr lokaler Zeit im Ort Newcastle, südlich von Oklahoma City registriert. Der Tornado zog dann weiter in das etwa 10 Meilen entfernte Moore, einen Vorort von Oklahoma City. Der Tornado hatte etwa 40 Minuten lang Bodenkontakt. Die Vorwarnzeit für die Bevölkerung betrug ca. 15 bis 16 Minuten. Dies entspricht den Vorgaben des nationalen Wetterdienstes der USA (NOAA), die vorsieht, dass die Bevölkerung minimal 15 Minuten vor einem Tornado konkret gewarnt wird. Damit wird dann ein ausgeklügeltes Alarmsystem aktiviert. Es wird ein Sirenenalarm ausgelöst, Polizei und Feuerwehren fahren durch die Straßen um Leute zum Aufsuchen von Schutzräumen aufzufordern. Der nationale Wetterdienst betreibt einen eigenen Radiosender, das NOAA Radio, wo dann die Tornadowarnungen verbreitet werden.

Tornados sind gerade in dieser Region nicht ungewöhnlich, sie wird unter Fachleuten sogar als Tornado-Allee bezeichnet. Der Grund dafür liegt daran, dass sehr warme und feuchte Luftmassen aus Süden mit deutlich kälteren Luftmassen aus Norden zusammentreffen. Daraus resultieren erst einmal kräftige Gewitter. Der Drehimpuls, der ja die Tornados überhaupt erst entstehen lässt, kommt dann hinzu, wenn die Windgeschwindigkeiten mit der Höhe beträchtlich zunehmen und sich gleichzeitig auch die Windrichtung mit der Höhe ändert.

Im aktuellen Fall hatte sich in Laufe des Tages die Luft in Oklahoma auf nahezu 30 Grad aufgeheizt - und das bei einer Feuchte von 75%. Als von Norden 10 Grad kältere Luftmassen in diese Region eindrangen, waren die Voraussetzungen geschaffen. Der Tornado entwickelte sich rasch zu einem Wirbel der Stärke F4 bis F5 und gehört damit zu der Kategorie der verheerenden Tornados.

Übrigens wurde der Ort Moore bereits 1999 von einem Tornado der Stärke F5 verwüstet. Der damalige Tornado tötete 39 Menschen und verursachte Schäden in Milliadenhöhe.

Warum sind bei der Wetterlage gestern eigentlich Tornados entstanden?

Nun - generell sind diese Gebilde im Zusammenhang mit Gewitterfronten nicht ungewöhnlich. Die wichtigste Zutat ist bei starken Gewittern ja bereits vorhanden: hochreichende Feuchtekonvektion!

Damit die feuchte Luft auch bis in große Höhen transportiert werden kann, muss eine ausreichend starke Temperaturabnahme mit der Höhe gegeben sein. Die im Wasserdampf vorhandene latente Wärme, die bei der Kondensation freigesetzt wird, liefert die nötige Energie.

Rotierende Gewitterwolken können Tornados erzeugen: Obwohl Meteorologen in aller Welt seit Jahrzehnten Tornados erforschen, ist immer noch nicht eindeutig geklärt, wie sie entstehen. Eine bekannte Voraussetzung für die Entstehung starker Tornados sind besonders seltene, um eine vertikale Achse rotierende Gewitterwolken. Diese so genannten Superzellen haben einen Durchmesser von 20 bis 30 Kilometern. Hinzukommen muss eine bodennahe Wolkenuntergrenze der Superzelle sowie eine Zunahme der Windgeschwindigkeit und eine Änderung der Windrichtung vom Boden bis in etwa fünf bis sechs Kilometer Höhe. Erst dann herrschen geeignete Voraussetzungen für die Entstehung von Tornados. Allerdings erzeugen höchstens zehn Prozent aller Superzellen Tornados.

Wenn Sie rechts im Abschnitt "Thema des Tages" auf [mehr] klicken, finden Sie eine Grafik zur Entstehung eines Tornados.

Dipl.-Meteorologe Andreas Friedrich DWD Tornadobeauftragter

Offenbach, den 21.05.2013

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